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Zur Geschichte der Grünen Liste

Die Gründung eines Ortsverbandes der damals noch jungen Partei "DIE GRÜNEN" in Thedinghausen Mitte der 80er Jahre speiste sich aus mehreren Bewegungen, die sich teilweise personell überlappten und darüber hinaus in Einkaufsgemeinschaften und in der ländlichen Alternativszene zusammengefunden hatten. 

Die Anfänge: Kohlekraftwerk Ritzenbergen, Nato-Doppelbeschluss, Volkszählungsboykott und Tschernobyl

Zum einen gab es in Blender-Ritzenbergen einen breiten Widerstand gegen das dort geplante Kohlekraftwerk, das – wäre sein Bau nicht verhindert worden – das größte seiner Art in Europa gewesen wäre.

Eine weitere Gruppierung nannte sich "Umwelt und Leben" und war gegen die fortschreitende Militarisierung der Gesellschaft und insbesondere im Protest gegen den so genannten Nato-Doppelbeschluss (Abrüstungsverhandlungen bei gleichzeitiger Raketenstationierung) aktiv. Darüber hinaus organisierte sich der Widerstand im Vorfeld der Volkszählung von 1987 – eine Bewegung, die heute angesichts der Fakten, die viele freiwillig über sich im Internet veröffentlichen, beinahe skurril anmutet.  

Mit dem Super-GAU von Tschernobyl war auch auf dem platten Land die Zeit endgültig reif für eine Grüne Partei, und so wurde Mitte der 80er Jahre der Grüne Ortsverband Thedinghausen ins Leben gerufen mit dem Ziel der Beteiligung an den Kommunalwahlen 1986. Die ersten Vertreter im Samtgemeinderat waren Ulrich Pieper und Michael Buchholz; im Gemeinderat Morsum schlug sich Karin Weinert-Mensen als Einzelkämpferin wacker gegen eine weitgehend konservative Männerbastion.

Die Grünen wurden in den Folgejahren ein stabiler Faktor im Samtgemeinderat und in einigen der Mitgliedsgemeinden; in Morsum reichte es 1996 erstmals zu einer Mehrheit zusammen mit der SPD. Eigentlich war dort dieses Ergebnis bereits 1991 zustande gekommen, doch ein konservativer Ratsherr der SPD wechselte kurz nach der Wahl die Seiten und die Mehrheit war wieder futsch.

Parteiaustritte unter Rot-Grün im Bund

In den Jahren 1999 / 2000 verschoben sich durch die Politik der rot-grünen Koalition auf Bundesebene einige grundlegende Parameter im Grünen Koordinatensystem: Auf dem "Kosovo-Parteitag" wurde der Abschied vom Prinzip der Gewaltlosigkeit beschlossen, die Bundesregierung nahm im Rahmen der Nato an einem Militäreinsatz ohne UNO-Mandat teil. Einige Grünen-Mitglieder aus der Region (vor allem aus Ottersberg) gaben bereits zu diesem Zeitpunkt ihr Parteibuch zurück. Für einige der hiesigen Mitglieder war ein Jahr später mit dem so genannten Atomausstieg, beschlossen auf dem Parteitag in Karlsruhe, das Maß des Hinnehmbaren überschritten. Was dieser windelweiche "Atomausstieg" wert war, zeigte sich ja nach der Bundestagswahl 2009: CDU/CSU und FDP drehten gemeinsam mit der Atomlobby das Rad wieder zurück. Dass dann 2011 überraschend von Frau Merkel die Energiewende ausgerufen wurde, lag bekanntlich allein an Fukushima. Die neue Große Koalition hat mit der Novellierung des EEG 2016 unter dem Einfluss der alten Kohle- und Energielobby leider den Kurs erneut geändert – der drohenden Klimakatastrophe zum Trotz.

Neustart als "Grüne Liste"

Im Jahr 2000 kam es auch in der Samtgemeinde zu demonstrativen Parteiaustritten, allerdings ausdrücklich verbunden mit der Absicht, auf kommunaler Ebene den Grünen Prinzipien treu zu bleiben. Die Wählervereinigung "Grüne Liste Thedinghausen" wurde im Dezember 2000 gegründet und ist heute lebendiger denn je. Nach Ansicht mancher Beobachter ist sie die gestaltende Kraft in der hiesigen Kommunalpolitik. Davon möchte diese Homepage einen Eindruck vermitteln. Ein Besuch bei einem der monatlichen Treffen der Grünen Liste, auf denen meist leidenschaftlich diskutiert wird, gibt einen noch besseren Einblick in das Treiben dieser bunt gemischten Gruppierung aus Alteingesessenen, Mitmenschen, die schon seit ein paar Jahrzehnten hier Wurzeln geschlagen haben, und noch relativ "frischen" Neubürgerinnen und Neubürgern. Zu den gegenwärtig 29 eingeschriebenen Mitgliedern gesellt sich regelmäßig ein Kreis von "SympathisantInnen", die ebenfalls mitarbeiten und ihren inhaltlichen Beitrag leisten.

Neuer Samtgemeindebürgermeister

Zu den bisher größten Erfolgen der Grünen Liste gehört ohne Zweifel die Tatsache, dass der von ihr und der Unabhängigen Bürgerliste Thedinghausen (UBL) vorgeschlagene Kandidat Harald Hesse bei der Stichwahl um das Amt des Samtgemeindebürgermeisters am 15. Juni 2014 den Mitbewerber der SPD deutlich hinter sich lassen konnte. Harald Hesse ist für sieben Jahre gewählt und hat sein Amt am 1. November 2014 angetreten. 

 

Gegenwärtig sind alle Termine wegen der Corona-Krise ausgesetzt!

Die Grüne Liste Thedinghausen ist Fördermitglied des BUND.